Lino heißt der kleine Auerhahn, der sich im Wald oberhalb des Schullandheims in Schirnrod eingenistet hat. Naja, nicht richtig eingenistet, denn Lino ist kein Auerhahn aus Fleisch und Blut. Er ist ein Maskottchen, das Kinder und Erwachsene auf einem lehrreichen Ausflug durch die Natur begleitet. Lino ist das „Wappentier“ des neuen alten Naturlehrpfades. Felix Schubert, der zurzeit sein Referendariat am Sonneberger Gymnasium absolviert, kennt das Schullandheim und seine Umgebung wie seine Westentasche. Er war schon als Kind im Haus und auf dem Gelände unterwegs – und später dann nach dem Abitur wieder. Sein freiwilliges Jahr nutzte er, um zu testen, ob’s der Lehrerberuf tatsächlich für ihn ist. Und während dieser Zeit–2014/2015 sei’s gewesen – entdeckte er den in die Jahre gekommenen Naturlehrpfad und machte kurzerhand ein Projekt daraus. Aus Felix Schubert wurde ein Designer, der die alten Schilder aufpeppte, sie mit den vorhandenen Informationen bestückte, ein Rätsel ergänzte, der ein Maskottchen suchte. Es dauerte nicht lange und Lino war geboren. Allerdings schlummerten sowohl die 22 Schilder als auch der kleine Auerhahn lange Zeit im Computer. Als Dateien.

Partner gefunden

Es fehlte ein Partner, mit dessen Hilfe das Projekt umgesetzt werden konnte. Und der tauchte plötzlich im vergangenen Jahr auf. „Genau vor einem Jahr beim Nachhaltigkeitscamp sind wir während einer Waldführung mit Ralf Kirchner von der Naturparkmeisterei an den alten Naturlehrpfad-Schildern vorbeigekommen“, erzählt Ina Gerlof. Die Leiterin des Schullandheims lächelt – es sei Zufall gewesen, dass sie ins Gespräch kamen und sich im Handumdrehen eine Lösung abzeichnete. „Es gibt eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Schullandheim und dem Naturpark Thüringer Wald“, erzählt Ina Gerlof weiter und schwärmt von den Projekten, die die Naturparkmitarbeiter gemeinsam mit ihrem Haus bereits verwirklicht haben. Seien es die Naturpark-Kindertage oder das Wasserprojekt. „Es läuft super!“ Innerhalb dieser Kooperation (auch mit der Stadt Eisfeld) ist nun das Projekt Naturlehrpfad in Angriff genommen worden. Naturparkmeister Norman Stollberg hat sich darum gekümmert. Die vorhandenen Dateien seien an eine Sonneberger Werbetechnik-Firma gegeben und dort gedruckt, die Schilder schließlich im Sommer aufgestellt worden. „Im Juli und August war ich damit beschäftigt“, erzählt der junge Mann und lächelt verschmitzt. An vielen Stellen sei’s nicht leicht gewesen, die Masten einen Meter tief in die Erde zu bekommen. Schließlich gehört Schirnrod bereits zum Schiefergebirge . . . Doch Norman Stollberg hat’s geschafft.

Verbindung erneuern

Auch der Weg ist markiert – wer dem weißen Viereck mit diagonalem grünen Strich folgt, der gelangt zum Schirnroder Wasserhäuschen und trifft nach einem knappen Kilometer auf den Karst-Wasser-Weg, der von Sachsenbrunn kommt und Richtung Stelzen über den Hirtenbrunnen, den Schwarzen Brunnen wieder zurück nach Sachsenbrunn führt. Wer also eine größere Runde drehen möchte, der kann vom neuen Naturlehrpfad auf den Karst-Wasser-Weg abbiegen. Wem die knapp 1,2 Kilometer ausreichen, der folgt der weißen Markierung mit der grünen Diagonale weiter. Die, darauf weist Norman Stollberg hin, sei aufgeklebt, kein Baum wurde verletzt. Und: Die Schilder seien aus Alu-Dibond, also halt- und wieder verwendbar. „Es ist schön, dass das Projekt Naturlehrpfad nach so langer Zeit nun doch verwirklicht werden konnte“, freut sich Felix Schubert. Er ist mittlerweile Vorsitzender vom Förderwichtel-Verein des Schullandheims. Und der hat im Zusammenhang mit dem Naturlehrpfad nun eine Aufgabe vor sich: Seine Mitglieder wollen in Eigenleistung den Verbindungsweg vom Schullandheim zum Lehrpfad erneuern.

 

 

Text: Katja Wollschläger
Foto: Steffen Ittig | Naturlehrpfad-Maskottchen Lino begleitet die Natureroberer auf dem Pfad – und verrät ihnen viel Wissenswertes.